Vier wichtige Antworten auf Elternfragen

Ist die KPS eine Schule für Hochbegabte?

Nein, sie ist ein Gymnasium mit dem Anspruch, die Begabungen seiner Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern. Die Schule hebt die Bindung des individuellen Lernens an den Lernfortschritt der Gruppe auf, in Deutschland ein innovativer Ansatz, im Ausland aber vielfach erprobt. Die Pädagogik, die dies möglich macht, ist im Umfeld der Hochbegabtenarbeit entwickelt und dann auf die Förderung aller Kinder verallgemeinert worden. Nicht von uns, sondern u.a. von dem us-amerikanischen Hochbegabtenforscher Joseph Renzulli. Wir teilen mit ihm die Überzeugung, dass gute Pädagogik eine Pädagogik für jedes Kind im Rahmen seiner individuellen Lebensbedingungen ist. – Richtig ist, dass wir ehrgeizige Ziele für die Bildung jedes einzelnen Kindes haben. Der Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Entwicklung der Persönlichkeit – oder in den Kategorien des hessischen Kerncurriculums ausgedrückt: in den personalen und sozialen Kompetenzen unserer Kinder und Jugendlichen.

Die Schule hat eine ganz neue Pädagogik. Kann das nicht auch misslingen? Hat denn Jemand die Erfahrung mit dem, was zu tun ist?

Ja, die Erfahrung ist da – international in guten Schulen und persönlich bei den Lehrkräften der KPS.

  1. Das Neue ist in Deutschland neu, nicht aber in anderen Ländern. Die enge Kommunikation zwischen Lehrkräften und Psychologen ist in skandinavischen, us-amerikanischen und kanadischen Schulen lange geübte Praxis. Auch bei uns wird die Einbindung von diagnostischen Kompetenzen in den täglichen Unterricht der Regelschulen geplant und eine Fortbildung oder Spezialisierung von Lehrkräften in dieser Richtung vorbereitet. Individuelle Förderung aller Schüler ist die Aufgabe der Zukunft. Für die KPS haben wir die jahrzehntelange Erfahrung von Joseph Renzulli studiert. Er hat als Mitautor des Parallel Curriculum ein Modell unterstützt, das fortführt von der Hochbegabtenarbeit hin zu individueller Förderung für Alle. Auf der Homepage des Instituts für Leistungsentwicklung haben wir Auszüge aus dem Parallelcurriculum und weitere Texte zur Verfügung gestellt, so dass Sie einen ersten Eindruck gewinnen können. In der KPS werden die Lehrkräfte mit den Materialien des Parallelcurriculums arbeiten.

Die KPS betritt mit ihrer Pädagogik also nicht Neuland, sondern holt wertvolle Erfahrungen aus anderen Ländern nach Deutschland. Aber wir sind nicht die Einzigen. Schauen Sie hier den Bericht von Prof. Reinhard Kahl über Schulen, die gelingen.

  1. Die Lehrer der KPS selbst sind Profis. Für den Träger ist es die zweite Schule, die erste hat ihre Arbeit vor 15 Jahren aufgenommen und inzwischen acht Jahrgänge zum Abitur geführt.  – Das Lehrerteam der KPS erfüllt nach formaler Qualifikation und nach professioneller Erfahrung hohe Standards. Alle 12 Kollegen haben einen akademischen Abschluss, vier mit Promotion, drei Viertel kommen aus dem Unterricht der öffentlichen Schulen oder haben, wie der Psychologe, jahrzehntelange Erfahrung mit Schulberatung. Alle verbindet das Bedürfnis, die Arbeitsweisen des Regelschulsystems hinter sich zu lassen und eine Schule mit aufzubauen, in der sie auf der Höhe des schulpädagogischen Wissensstandes arbeiten können.

Ist die Schule finanziell stabil?

Die Geschäfte der KPS werden von der Betriebsgesellschaft Karl Popper-Schule gGmbH im Auftrag des gemeinnützigen Schulvereins Karl Popper-Schule geführt. Im Aufsichtsrat der Schule sitzen ein Jurist und zwei Unternehmensberater.

Der Business Case wurde vor einigen Jahren von Roland Berger als Pro Bono Beratung erstellt und seitdem zwei Mal den aktuellen Verhältnissen angepasst. Eine Bank hat ihn bewertet und als Grundlage für ihre Kreditzusage angenommen. Für die Genehmigung unseres Antrags durch das Staatliche Schulamt Frankfurt wird der Business Case ein weiteres Mal von einem staatlich vereidigten Wirtschaftsprüfer gegengeprüft, um den Vertrauensschutz für die Familien, die ihre Kinder bei uns einschulen, zu gewährleisten.

 

Sprachenlernen im Projektunterricht?

Wir haben berichtet, dass der Projektunterricht die Fächer Musik, Kunst und Sport mit Fremdsprachenerwerb zusammenfasst. Eine Rückfrage dazu machte uns klar, dass mit dem Projektunterricht unzutreffende Vorstellungen verbunden werden: „Wie kann man Sprachen lernen, wenn die Kommandos im Sportunterricht auf Englisch statt auf Deutsch gegeben werden?“

Ein mögliches Projekt könnte sein: „Ludwig XIV. Wie regierte der Sonnenkönig Frankreich vor der Revolution?“

Mit dieser Frage würden Jugendliche in der 2. Stufe (Jgst. 7 und 8) in ein Projekt geschickt, in dem sie mit den Ausdrucksformen Kunst, Musik und Sport ein gemeinsames „Produkt“ gestalten sollen. Verkehrssprache für die Beratung der Gruppe und die anschließende Arbeit ist Französisch. Wird die Gruppe einen Film drehen? Eine Broschüre verfassen? Nach historischer Arbeit ein Wandbild gestalten? Mit einer Pantomime das berühmte „Lever du Roi“ interpretieren? Oder sich etwas ganz Anderes vornehmen? – Am Beispiel der Pantomime kann das Ineinandergreifen der fachlichen Anteile  besonders klar veranschaulicht werden: Entstehen werden ein Bühnenbild, eine Choreografie (Bewegung und Körpersprache der Gruppe), eine untermalende Musik. Alles zusammen drückt satirisch oder empathisch oder anklagend Standesunterschiede und Brüche zwischen Menschen aus, die Jahrhundertelang die europäische Geschichte geprägt haben und in der gemeinsamen Projektarbeit exemplarisch erfasst werden.

Zum Sprachenlernen also: Der Projektunterricht ist ein Ort der Kommunikation. Hier treten die Lehrer hinter die Schüler zurück; ihre Aufgabe ist , die Planung und Organisation zu unterstützen – und sicher auch durch eigenes Beispiel dafür zu sorgen, dass die Fremdsprache durchgehalten wird. Daher sind die Projektlehrer – neben ihrer Ausbildung als Kunst-, Musik- und Sportlehrer – sicher in der englischen und/oder französischen Sprache.