Wenn Du eine Schule bauen willst …

Was Antoine de Saint-Exupéry über den Schiffsbau sagte, das gilt auch für die Schule: Wenn Du eine Schule bauen willst, dann lass Lehrer, Eltern und Schüler die Sehnsucht spüren, Kinder stark zu machen. Rufe nicht Lehrer zusammen, um Stundenpläne auszuführen und Kindern Wissen vorzutragen, sondern öffne ihnen die Welt des Lernens, in der sie  Anspruch und Unterstützung, Regelwerk und Freiheit, aus der Person begründete Autorität der Erwachsenen und Entfaltung des Selbstwerts der Kinder ausbalancieren können.

Schule ist keine Veranstaltung für Schwärmer, aber ohne die Welt des Lernens zu öffnen, ohne freie und freudige Professionalität, bleibt sie ein mühsamer Ort mit begrenzter Wirkung für beide, Lehrer und Kinder. Der organisatorische Rahmen muss daher klar und transparent und innendrin muss viel Flexibilität möglich sein. Das ist der Ausgangspunkt der „ Karl Popper-Schule – anders Lernen“.

Die Zukunft der Kinder, die jetzt in die Schule gehen, erfordert Umdenken in so vielen Punkten! Curriculare Entwürfe und erziehungswissenschaftliche Empfehlungen geben dem bereits seit Jahrzehnten Ausdruck, verändern aber den Unterrichtsalltag nur sehr zögerlich. Der Zielpunkt, der sich in allen Entwürfen deutlich abzeichnet, ist aber klar und begrenzt:

Wissen ist für sich wertvoll, aber es trägt zur Bildung nur durch den Mehrwert bei, der beim Umgang mit Wissen entsteht.

Mit einem prägnanten Satz des Erziehungswissenschaftlers Wolfgang Brezinkas ist Bildung das, was übrig bleibt, wenn das Wissen vergessen ist. Umgang mit Wissen aber fordert Aktivität beim Lernen. Die Zeit ist zu kostbar, um sie mit Zuhören zu verbringen – wichtiger ist es, selbst zu arbeiten und Erfahrungen zu sammeln. Die Lehrenden sollten daher eine Umgebung schaffen und ständig erhalten, in der die Lernenden arbeiten können und wollen.

Naive und gültige Bildungsvorstellung

In den hessischen Bildungsplänen kommt diese Vision zum Ausdruck in der Veränderung von stoffaufzählenden Lehrplänen zu Zielen, die Kompetenzen, also Veränderungen der Person der Lernenden, umschreiben. Die Karl Popper-Schule nimmt an den hessischen Kerncurricula Maß, um die fachliche Arbeit zu organisieren, aber sie geht andere Wege als die Regelschulen, um die Ziele zu erreichen.